14. Forum Caritas München
Referent: Dr. Annette Glitz
Dipl.-Psych., eigene Managementerfahrung als Leiterin für Personal- und Orga-nisationsentwicklung in global agierenden Unternehmen;
Expertin im Bereich Human Resources, insbesondere im Bereich Management And Organizational Development;
seit 2001 eigenes Beratungsunternehmen, berät Unternehmen und begleitet Führungskräften bei Organisationsentwicklungsprozessen, coacht Persönlich-keiten in allen Fragen zur Optimierung des Führungs- und Kommunikationsre-pertoire
Dipl.-Psych., eigene Managementerfahrung als Leiterin für Personal- und Orga-nisationsentwicklung in global agierenden Unternehmen;
Expertin im Bereich Human Resources, insbesondere im Bereich Management And Organizational Development;
seit 2001 eigenes Beratungsunternehmen, berät Unternehmen und begleitet Führungskräften bei Organisationsentwicklungsprozessen, coacht Persönlich-keiten in allen Fragen zur Optimierung des Führungs- und Kommunikationsre-pertoire
Nur wer führt, wird im Ausland erfolgreich sein
(Thesen)
Dr. Annette Glitz
Viele Führungskräfte in Konzernen und Unternehmen leisten täglich wertvolle Arbeit, sie managen ihre Aufgaben sehr effizient und effektiv. Dabei ist jemand, der über ausgeprägte Managementkompetenzen verfügt, eher derjenigen, der sich auf „hard facts“ stützt, der plant und budgetiert, der organisiert, der eher durch Kontrolle führt. Alles Tätigkeiten, die richtig und wichtig sind. Während ein Manager also die „richtigen Dinge“ tut, macht ein Leader „die Dinge richtig“. Damit hier kein falscher Zungenschlag entsteht: Auch ein Leader muss managen, seinen Bereich wirtschaftlich führen und Gewinne erzielen. Aber er tut es aus einer anderen Haltung heraus. Für ihn sind die Mitarbeiter im Fokus. Und diese stärker ausgeprägte „Menschenorientierung“ ist es, die eine solche Führungskraft bei einem Auslandseinsatz erfolgreich sein lässt. Die „Menschorientierung“ bedeutet dann nämlich z. B. ein zumindest bescheidenes, wenn nicht teilweise demütiges Auftreten und Agieren in der fremden Kultur und eine - im positivsten Sinne des Wortes - neugierige Haltung den ausländischen Mitarbeitern gegenüber.
Am Beispiel eines Beratungsauftrags für ein global agierendes Unternehmen in Rumänien soll gezeigt werden, wie wirkungsvoll Leadership sein kann. Rumänien verfügt, wie viele osteuropäischen Länder, über hervorragend ausgebildete junge Hochschulabsolventen, die sehr motiviert sind, möglichst schnell einen dem westlichen vergleichbaren Lebensstandard zu erreichen. So trennen rumänische Mitarbeiter z. B. nicht zwischen Arbeit und Freizeit. Das gilt allerdings auch für ihre emotionalen Befindlichkeiten, sie agieren auch im „daily business“ häufig sehr emotional und temperamentvoll. Verhaltensweisen, die eine deut-sche Führungskraft im Geschäftsleben eher nicht zeigt. Kommt eine deutsche Führungskraft nun also mit einer solchen Kultur in Berührung, ist Leadership gefragt: Beziehungsmanagement, also das Herstellen einer echten professionellen Nähe zu den Mitarbeitern, ist beispielsweise eine wichtige Schüsselkompetenz. Eine gute und tragfähige Beziehung lässt sich aber nur aus einer grundsätzlich wertschätzenden Haltung heraus herstellen. Wenn es gelingt, die Herzen der Mitarbeiter für sich zu gewinnen, kann man als Führungskraft in einem fremden Land Erfolg haben und die Leistungsreserven der Mitarbeiter mobilisieren. Wenn ein tragfähiges Vertrauensverhältnis zwischen den Vertretern der verschiedenen Kulturen und Mentalitäten hergestellt ist, können riesige Potenziale für das Unternehmen und für die Entwicklung der Mitarbeiter freigesetzt werden.
Natürlich gilt der Zusammenhang zwischen exzellentem Leadership und Mitarbeitermotivation auch für national agierende Unternehmen, im Ausland wird er aber zur „conditio sine qua non“.


