Institut für Bildung und Entwicklung
Caritas - Nah. Am Nächsten.

Geprüft und empfohlen

14. Forum Caritas München

13. FCM

Referent: Alois Glück
Präsident des Bayerischen Landtags

Alois Glück ist seit Oktober 2003 Präsident des Bayerischen Landtags, dem er seit 1970 angehört. Von 1988 bis 2003 war er Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion. Seit Juli 1999 ist er Vorsitzender der CSU-Grundsatzkommission.
Er ist in großem Umfang publizistisch tätig und befasst sich dabei insbesondere mit den Zukunftsfragen der Politik. Seit vielen Jahren setzt Alois Glück sich intensiv mit der Frage auseinander, wie durch eine neue Bürger- und Sozialkultur - eine „Aktive Bürgergesellschaft“ - die Gesellschaft leistungsfähiger und menschlicher werden kann. Seit Jahren und verstärkt in jüngster Zeit befasst er sich mit dem Sozialstaatskonzept.
Alois Glück ist daneben vielfältig ehrenamtlich tätig, etwa als Vorsitzender der Bayerischen Bergwacht, als stellvertretender Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, als Vorsitzender von zahlreichen sozialen Initiativen sowie als Mitglied katholischer Laienorganisationen.


Alois Glück und Brigitte Beck

Thema

Demografischer Wandel und Generationengerechtigkeit (Thesen)
Die Aktive Bürgergesellschaft und der Demografische Wandel
(Thesen)

Die demographische Entwicklung ist – zusammen mit dem Ende des bisherigen Versorgungsstaates und der Globalisierung – eine der drei prägenden Tendenzen und Herausforderungen unserer Zeit.
Die Parallelität von niedriger Geburtenrate und steigender Lebenserwartung mit hoher Lebensqualität verändert unsere Gesellschaft und wird die Zukunft maßgeblich mitbestimmen.
Der demographische Wandel wirkt sich auf verschiedene Politikfelder aus, z.B. auf die künftige Ausgestaltung unseres Sozialstaates: Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Leistungsempfänger finanzieren. Das macht eine gerechte Partnerschaft der Generationen – einen tragfähigen Generationenvertrag – zu einer entscheidenden sozialen Frage der nächsten Jahrzehnte.
Familienpolitik: Der generative Beitrag von Familien mit Kindern muss stärker honoriert werden. Familienpolitik muss zu einer Querschnittsaufgabe werden, bei der die Frage: „Was brauchen Kinder?“ der Maßstab aller politischen Entscheidungen ist.
Wahrscheinlich eine der größten ethischen Herausforderungen lässt sich mit dem Begriff der „Nachhaltigkeit“ umschreiben: Wir haben kein Recht, auf Kosten der Nachkommen angenehm zu leben. Woher nimmt ein Volk die Kraft, aus Verantwortung heraus ein Stück Selbstbeschränkung zu praktizieren, Zukunfts-verantwortung zu übernehmen?
Die konsequente Anwendung des Subsidiaritätsprinzips ist der Generalschlüssel zur Revitalisierung unseres Landes; das Subsidiaritätsprinzip, verstanden als Verantwortungsprinzip und als Strukturprinzip.
Mit dem Konzept der „Aktiven Bürgergesellschaft“ steht uns ein ordnungspolitisches Leitbild zur Verfügung, das sich eng am Subsidiaritätsprinzip orientiert. Dabei haben Eigeninitiative und Selbstorganisation gesellschaftlicher Gruppen Vorrang vor staatlicher Regelung.
Die Neuordnung der staatlichen Aufgaben im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft von Bürger und Staat gelingt nur, wenn unterschiedlichste Formen Bürgerschaftlichen Engagements und sozialer Netzwerke zu einem flächendeckenden Phänomen werden. Dafür gibt es bereits viele hoffungsvolle Beispiele.








Drucken