Forum Caritas München
11. Forum Caritas München
"Bleibende Werte schaffen!"
Merkmale einer modernen Unternehmensethik
"Bleibende Werte schaffen!"
Merkmale einer modernen Unternehmensethik
Abt Dr. Johannes Eckert und Landtagspräsident Alois Glück
diskutieren über "Bleibende Werte".
Unter dem Titel "Bleibende Werte schaffen!" diskutierten Caritas-Präsident Msgr. Dr. Peter Neher, Landtagspräsident Alois Glück, Benediktiner-Abt Johannes Eckert und Unternehmensvertreter mit rund 100 Teilnehmern, an welchen Werten sich modernes Wirtschaften orientieren sollte und wie diese Orientierung konkret und praktisch gelebt werden kann.
Eine differenzierte Auseinandersetzung mit den aktuellen Sozialreformen fordert der Präsident des Deutschen Caritasverbands, Msgr. Dr. Peter Neher: "50seitige Forderungskataloge ohne konstruktive Vorschläge bewirken gar nichts". Lob und Tadel äußerte er für die Hartz-Reformen: Es sei ein "Rieenproblem", dass in der Reform zu wenig Brücken in den ersten Arbeitsmarkt gebaut würden. Ebenso kritisierte er die "einseitige Belastung" des unteren Einkommensdrittels: "Zugleich soll der Spitzensteuersatz gesenkt werden, damit öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter". Zugleich lobte er die Förderung von Langzeitsarbeitslosen und bekräftigte die Bereitschaft der Caritas, sich unter bestimmten Bedingungen aktiv zu beteiligen: Die sogenannten "Ein- oder Zwei-Euro-Jobs" müssten der Qualifizierung der Betroffenen dienen und dürften keine regulären Arbeitsplätze ersetzen. Auch müssten die sozialen Einrichtungen die Beschäftigten frei auswählen dürfen.
Für Landtagspräsident Alois Glück sollten sich soziale Kürzungen an der Leistungsfähigkeit der Betroffenen orientieren: Nur wer tatsächlich auf Hilfe angewiesen ist, habe einen Anspruch auf sozialstaatliche Solidarität. "Wir haben eine lange Fastenkur vor uns", so Glück, der zugleich eine Verbindung von "Leistungs- und Sozialkultur" forderte. Wirtschaft und Gesellschaft bräuchten "ein klares Ja zur Leistung", das verbunden sein müsse mit solidarischer Verantwortung für die Leistungsschwächeren.
An die Verantwortung der Manager zur Bekämpfung von Korruption erinnerte Caspar von Hauenschild, der sich als ehemaliger Banker in der Organisation "Transparency International" engagiert. Das Bewusstsein, wann Korruption beginne, sei zu wenig entwickelt. Durch die Entwicklung praxisnaher Verhaltensregeln sowie Kommunikation, Training und Controlling dieser Regeln könne Korrupti-onsbekämpfung ähnlich wirksam betrieben werden wie der Umweltschutz.
Wie sich eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder auch ein großer Rückversicherer unternehmens-ethisch engagieren, stellten die Unternehmensvertreter Hans-Robert Walbröl und Dr. Willi Fischges dar: "Unternehmensethik ist kein Modethema, sondern integraler Bestandteil des Unternehmenserfolgs", so Fischges.
An die Verantwortung der Manager zur Bekämpfung von Korruption erinnerte Caspar von Hauenschild, der sich als ehemaliger Banker in der Organisation "Transparency International" engagiert. Das Bewusstsein, wann Korruption beginne, sei zu wenig entwickelt. Durch die Entwicklung praxisnaher Verhaltensregeln sowie Kommunikation, Training und Controlling dieser Regeln könne Korrupti-onsbekämpfung ähnlich wirksam betrieben werden wie der Umweltschutz.
Wie sich eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder auch ein großer Rückversicherer unternehmens-ethisch engagieren, stellten die Unternehmensvertreter Hans-Robert Walbröl und Dr. Willi Fischges dar: "Unternehmensethik ist kein Modethema, sondern integraler Bestandteil des Unternehmenserfolgs", so Fischges.
Dass gewinnorintierte Wirtschaftsunternehmen auch von einem Kloster lernen können, erläuterte Abt Dr. Johannes Eckert, indem er die Benediktsregel als Anregung für modernes Management interpretierte: "Wer ein Kloster mit BMW vergleicht, vergleicht natürlich Birnen mit Äpfeln. Aber beides ist Kernobst!", so Eckert.



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